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Nachrichten

15.08.2016 |

Legitimationsstrategien eines Konzern-Riesen

Go Roundup yourself Monsanto (Foto: Volker Gehrmann) Go Roundup yourself Monsanto (Foto: Volker Gehrmann)

Der Gentechnik-Konzern Monsanto steht immer wieder in der Kritik. Seine Kommunikationsabteilung versucht, den öffentlichen Diskurs zu formen und so die eigenen Produkte zu legitimieren. Amerikanische Soziologinnen haben nun Tausende Dokumente der Monsanto-Webseite ausgewertet.

Diese fanden die Forscherinnen der University of Tennessee auf der aktuellen Internetseite des Gentech- und Pestizidgiganten sowie im Internet Archiv, das Zeitreisen in die digitale Vergangenheit ermöglicht. 1.200 Dokumente werteten sie aus, von der Pressemitteilung über Redemanuskripte bis zum Jahresbericht. Veröffentlicht wurde ihre Studie im Fachmagazin Environmental Communication.

Ein Ergebnis: Monsanto habe über die vergangenen 18 Jahre versucht, Informationen abstrakt und anonym aufzubereiten, um „Machtverhältnisse“ zu „maskieren“. Details darüber, wer im Konzern was genau tue, seien verschleiert oder weggelassen worden. Gleichzeitig seien häufig wissenschaftliche Prinzipien angeführt worden, um die Unternehmenspolitik zu legitimieren. Ab der Jahrtausendwende habe sich Monsanto in globale Diskurse über Nachhaltigkeit eingeklinkt, um „Biotechnologie zu entpolitisieren und politische Eingriffe zu delegitimieren“, so die Wissenschaftlerinnen. [...]

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10.08.2016 |

Der Liter Milch für 20,24 Cent

Niemand zahlt so wenig für die Milch, wie die größte deutsche Molkerei (Foto: CCO, Pixabay) Niemand zahlt so wenig für die Milch, wie die größte deutsche Molkerei (Foto: CCO, Pixabay)

Auch im Juni sind die europäischen Erzeugermilchpreise rückläufig, so das Ergebnis der aktuellen Preiserhebung des niederländischen Bauernverbands (LTO). Im Schnitt bekommen die europäischen Bauern 25,14 Cent für einen Kilo Rohmilch – das sind 0,18 Cent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum ausgezahlten Preis im gleichen Monat des Vorjahrs sind es gute 5 Cent weniger.

Schaut man auf die Zahlen für Deutschland, ergibt sich ein noch düstereres Bild: die deutschen Molkereien Müller und DMK zahlen ihren Milchlieferanten sehr viel weniger als den europäischen Schnitt aus. Müller kommt auf 22,66 Cent und das Deutsche Milchkontor (DMK), Deutschland größte Molkerei, belegt mit 20,24 Cent den letzten Platz in der Liste der berücksichtigten Molkereien. Neben Arla, der größten dänischen Molkerei, ist sie zudem der einzige Betrieb, der seine Auszahlung sogar senkte.

Das sei unverantwortlich, wirft die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dem DMK vor, da der DMK-Preis oft als Referenz diene und dadurch den allgemeinen Auszahlungspreis drücke. Zudem habe das genossenschaftlich geführte Kontor mögliche Maßnahmen zum Abbau der preisdrückenden Überschussmenge nicht genutzt, kritisiert der Verband weiter. Er habe zu billig an die Discounter geliefert, was auch zu den immensen Preissenkungen für Milchprodukte im Einzelhandel geführt habe. Offensichtlich arbeite das DMK nicht für die Interessen der Bauern und das Fortbestehen regionaler Strukturen, sondern mitverursache ganz bewusst den derzeitigen landwirtschaftlichen Strukturbruch.

09.08.2016 |

Rechte indigener Völker beachten

Frauen auf dem Land leiden insbesondere unter Armut, Analphabetentum und schlechter Gesundheitsversorgung.(Foto: percursodacultura  / flickr, Expedição Guarani Kaiowa - Dourados (MS), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/, http://http://bi Frauen auf dem Land leiden insbesondere unter Armut, Analphabetentum und schlechter Gesundheitsversorgung.(Foto: percursodacultura-+- / flickr, Expedição Guarani Kaiowa - Dourados (MS), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/, http://http://bit.ly/2aSgsg4)

Die Rechte vieler lateinamerikanischer Völker werden nach wie vor übergangen und ignoriert. Das hebt am heutigen Internationalem Tag indigener Völker die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland hervor. Zugang zu Land sowie die Sicherung der vielfältigen Nahrungsmittelbeschaffungsmethoden würden von lokalen und nationalen Regierungen nicht ausreichend gewährleistet. So starben allein in Brasilien im Jahr 2014 55 Kinder des Volks der Guarani-Kaiowá an den Folgen von Unterernährung. Fast alle Menschen den Gemeinschaft leiden Hunger.

Gerade in Lateinamerika habe sich die Situation vieler indigener Gruppen in den vergangenen Jahren deutlich verschärft: der Raubbau der natürlichen Ressourcen - ohne Beachtung des Willens und der Bedürfnissen von Indigenen - und die massive Expansion des Agribusiness bedrohten ihr nacktes Überleben. Vielerorts mussten indigene Territorien großen landwirtschaftlichen Nutzflächen weichen, meist für Soja-, Palmöl- und Zuckerrohr-Plantagen oder für die Viehzucht.

Der explosionsartig wachsende Einsatz gefährlicher Pestizide zerstöre zudem die Biodiversität und führe ebenfalls zur Vertreibung indigener Gemeinden. Gewaltsame Auseinandersetzungen bei Räumungen sowie systematische Repression und Kriminalisierung indigener Völker und Landrechteverteidiger seien weitere Merkmale des anhaltenden Verdrängungs-Prozesses.


Hier geht's zur Pressemitteilung von FIAN Deutschland zum Tag der indigenen Völker: bit.ly/2aHVmzT

08.08.2016 |

Ab heute auf Pump – alle Ressourcen rechnerisch verbraucht

Die Überlastung der Erde hat erneut zugenommen (Copyrigt: Jörg Farys, Die.Projektoren) Die Überlastung der Erde hat erneut zugenommen (Copyrigt: Jörg Farys, Die.Projektoren)

Heute, am 8. August, hat die Weltbevölkerung die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht. Das bedeutet, dass es theoretisch 1,6 Erden bedürfte, um den derzeitigen Verbrauch von Flächen und Ressourcen zu decken. Seit Jahren verschiebt sich der vom Netzwerk Global Footprint errechnete Termin nach vorn – im letzten Jahr fiel er noch auf den 3. August.

Mit Aktionen appellieren Organisationen deshalb an die Bundesregierung, konkrete Maßnahmen für eine Senkung des Ressourcenverbrauchs zu entwickeln. Vor dem Brandenburger Tor machen sie am Vormittag auf die ökologischen Grenzen des Planeten und die Folgen der Überbeanspruchung aufmerksam: „Unsere Gesellschaft scheint den Knall nicht gehört zu haben: Das Limit ist überschritten, wir leben ab heute für den Rest des Jahres allein auf Kosten der Jungen und künftiger Generationen“, erklärt Celia Zoe Wicher von der BUNDjugend.

Um den in englisch „Earth Overshoot Day“ genannten Tag zu errechnen, werden die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen und zur Aufnahme von Müll und Emissionen dem Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen gegenübergestellt. „Ab heute leben wir auf Kredit und auf Kosten unserer Kinder. Wir übernutzen zu viele Ressourcen wie Böden oder Wasser. Weltweit werden jedes Jahr mehr als 10 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche durch falsche landwirtschaftliche Bewirtschaftung zerstört. Das entspricht fast der gesamten deutschen Ackerfläche. Wenn alle Menschen so leben würden wie wir in Deutschland, bräuchten wir mehr als 3 Erden“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Deutschland hatte rechnerisch die ihm zustehende Biokapazität bereits Ende April verbraucht. Hierzulande wird die Erde vor allem durch die hohen CO2-Emissionen in den Bereichen Energie, Verkehr und industrielle Landwirtschaft sowie durch den sehr hohen Flächenanspruch – insbesondere für die Fleischproduktion – überlastet. Lösungsvorschläge kommen von Seiten des ÖkoLandbaus: „Landwirtschaft muss wieder stärker im Kreislauf funktionieren. Der Ökolandbau macht vor, wie das geht. Bio-Bauern bewirtschaften ihre Betriebe als ganzheitliche Systeme, in denen Ackerbau und Viehhaltung im Einklang stehen. Nach dem Vorbild der Natur versuchen Bio-Bauern so wenig wie möglich externe Betriebsmittel einzusetzen. Energieaufwendige Kunstdünger oder chemisch-synthetische Pestizide sind tabu. Durch weniger Tiere pro Fläche vermeiden Bio-Bauern umweltschädliche Emissionen und Überdüngung“, so Löwenstein.

26.07.2016 |

Neue Gentechnik-Soja darf importiert werden

Gentechnisch veränderter Soja ist meist herbizidresistent (Foto: CCO, Pixabay) Gentechnisch veränderter Soja ist meist herbizidresistent (Foto: CCO, Pixabay)

Die EU-Kommission hat am 22.Juli drei neue Gentechnik-Sojasorten der Konzerne Monsanto und Bayer zugelassen. Zwei Sorten sind gegen mehrere Herbizide gleichzeitig resistent. Gutachten, die auf gesteigerte Gesundheitsrisiken durch die Pestizid-Rückstände und deren Kombinationen hinweisen, wurden bei der Entscheidung letztlich ignoriert.

Zwar räumte die EU-Kommission gegenüber dem Verein Testbiotech selbst gesundheitliche Bedenken ein – die neuen Gentech-Sorten dürfen nun aber trotzdem in der EU in den Trog und auf den Teller. Die Mitgliedstaaten waren in zwei Abstimmungen nicht zu einer klaren Mehrheit für oder gegen die Zulassungen gelangt und überließen so die Entscheidung der Kommission.

Monsanto bezeichnete die Einfuhrgenehmigung als einen Meilenstein. Der Verein Testbiotech kritisiert sie dagegen scharf. Die Gesundheitsgefährdung durch Rückstände von Spritzmitteln durch den Import dieser „Gitftsoja“ sei nicht ausreichend untersucht. Ein von Testbiotech Anfang des Jahres veröffentlichtes Gutachten legt den Verdacht nahe, dass Rückstände – vor allem aus der kombinierten Anwendung dieser Spritzmittel – Erbgutveränderungen und Vergiftungen der Leber sowie Tumore auslösen können. Der Verein gibt zu bedenken, dass es derzeit keine verlässlichen Grenzwerte für Rückstände dieser Herbizide gibt. Eine Kombinationswirkung der Gifte sei von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA überhaupt nicht untersucht worden.

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