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19.01.2014

BRÜSSEL!

Am Montag, dem letzten Tag unserer Tour, teilten wir unser ganzes erworbenes Wissen mit den Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Wir führten Gespräche mit Politikern aller Fraktionen. Dabei stellte sich heraus, dass der Gesetzesentwurf zwar kritisch gesehen wird, aber dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, um eine Zurückweisung zu erreichen. Letzte Station der Tour war nachmittags die Kundgebung von La Via Campesina für die Rechte der Bauern auf freien Zugang zu Saatgut. Trotz Regen versammelten sich Menschen aus ganz Europa, und sogar Zimbabwe, um Saatgut zu tauschen und gemeinsam ein Zeichen für einen freien Saatgutmarkt zu setzen!



18.01.2014

Berlin: Rückfahrt des Saatguttreckers

Am Sonntag war unsere Fahrt wieder „landwirtschaftlicher“ geprägt: wir haben das Heulager im Circus Cabuwazi abgebaut und das duftende Heu auf unseren Anhänger geladen... von dort ging es dann zum Stadtgut Blankenfelde, wo das Heu bei den Schafen und Kaninchen landen wird.

Danach ging es los auf die lange Fahrt in Richtung zu Hause, durch Ribbeck im Havelland (vom Trecker war der Birnbaum nicht zu sehen^^) und die Colbitz-Letzlinger Heide. Dort setzte leider Eisregen ein, sodass wir nochmal einen Zwischenstopp eingelegt und übernachtet haben. Gut, dass es überall nette Bäuerinnen und Bauern mit einem warmen Essen und Bett für uns gibt!

So sind wir erst am Montag wieder zuhause gelandet, der Trecker voller Erwartung auf die anstehende Arbeit, aber motiviert von der Tour und den Gesprächen, freut sich der Trecker schon darauf!


18.01.2014

Brüssel: Einmal quer durch Belgien…

Der Sonntagmorgen begann bäuerlich im Kuhstall mit füttern und melken. Nach einem gemütlichen Frühstück machte sich der Schlepper auf über die holprigen Bundesstraßen Belgiens nach Brüssel. Glücklicherweise konnten wir noch vier Parkplätze nebeneinander sichern, sodass der Trecker spät abends seinen Platz vor dem Parlament einnehmen konnte.

17.01.2014

Brüssel: Auch Bonn hat es satt…

 

Auch wenn uns am Samstagmorgen ein wenig Wehmut überkam, nicht zur Wir-haben-es-satt-Demo nach Berlin fahren zu können, waren wir froh, mit Initiativen in Bonn eine Demo auf dem Münsterplatz gestalten zu können. Verstärkung bekamen wir durch einen Schlepper vom Gastgeberhof Schmitz, der uns zur „Wir haben es satt!“-Solidaritätskundgebung auf dem Bonner begleitete. Es war eine sehr schöne Erfahrung, in der belebten Innenstadt mit Leuten über das Thema Saatgut ins Gespräch zu kommen – entgegen unserer Erwartungen zeigten sich viele interessiert und aufgeschlossen, u. a. Mitarbeiter aus Forschungseinrichtungen in Bonn, die uns aus ihrer eigenen Arbeit berichteten und unsere Bedenken in Bezug auf die Entwicklung der Pflanzenzüchtung teilten.

Vor der Kundgebung fand im Bonner Ökozentrum eine sehr lebhafte Diskussionsrunde statt, zusammen mit Susanne Gura vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. und Gerhard Porz von der IG Nachbau. Sie stellten ihre Arbeit  vor und nahmen dabei Bezug auf die Bedeutung der Biodiversität und der bäuerlichen Freiheit, mit der eigenen Ernte zu züchten und weiter zu säen.

Besonders gefreut hat uns die Begeisterung aller Anwesenden und die große Lust, das Thema in weiteren Veranstaltungen noch bekannter zu machen. Vielen Dank an alle in Bonn!

 

17.01.2014

Berlin: 30.000 haben Agrarindustrie satt

Nicht kalt geworden, sondern gut geschlafen^^

Am Samstag fuhren wir pünktlich um 8:30 Uhr zusammen mit weiteren 70 Treckern durch Berlin zum Potsdammer Platz, wo die Auftaktkundgebung der Demonstration stattfand. Es war ein Erlebnis mit so vielen Treckern durch Berlin zu fahren und die unterschiedlichen Reaktionen der Passanten zu beobachten. Vom freundlichen zugrinsen und lächeln – total vielen Fotos bis hin zu kräftigem Applaus. Unser Saatgut-Trecker war der letzte in der Reihe, weil wir schon am Bundeslandwirtschaftsministerium hielten. Dort haben wir mit der Kampagne: „Freiheit für die Vielfalt“ eine Zwischenkundgebung gemacht und den nicht enden wollenden Demonstrationszug an uns vorbei ziehen lassen. Als alle Themenwägen und alle Demonstranten an uns vorbei gezogen waren, haben wir uns wieder dem Zug angeschlossen und sind bis zum Kanzleramt zur Abschlusskundgebung gefahren.

Beeindruckend wie viele Menschen für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft auf die Straße gehen!

Abends haben wir uns wieder im Circus Cabuwazi getroffen, um vor dem langen Nach-Hause-Weg nochmal zu übernachten. Und müde wie wir waren, auch die Saatgut-Tour und Demo und 30.000 Menschen in Berlin zu feiern. Nicht zu lange, denn am nächsten Tag hatten wir ja noch einiges vor.

16.01.2014

Brüssel: Kundgebung auf dem Hof Osenberg im Sauerland

16.01.2014

Brüssel: Rundgespräch auf dem Hof Deventer in Rinkerode / Münster

16.01.2014

Brüssel: Am Freitag den 17.1.2014

Am Freitag sind wir von Werther aus  nach Süden gen Bonn aufgebrochen. Der Trecker erreichte die erste Station des Tages, Biohof Deventer, ungewöhnlich pünktlich. Dort erwartete uns neben unserem Gastgeber Johannes Deventer (Milchbauer) auch Saatgutvermehrer Peter Angenend aus Drensteinfurt. Er erläuterte uns die bäuerliche und ökologische Saatgutvermehrung und ihre rechtlichen Bedingungen.
Das Begleitauto hatte kurz vor Drensteinfurt leider eine Panne, dank der Hilfe vieler Menschen vor Ort, die uns  unterstützt haben, konnten wir die Fahrt mit geringer Verzögerung in einem anderen Auto fortgesetzt werden.
Nächste Station war der Milchviehbetrieb Osenberg in Halver, wo wir uns bei Spaghetti mit Tomatensauce wir  über (Saatgut-)Politik ausgetauscht haben. Danach übernachteten wir in Hennef-Hanf auf dem Milchviehbetrieb von Natalie und Bernd Schmitz kurz vor Bonn und bekamen von deren Töchtern eine sachkundige Hofführung.

16.01.2014

Berlin: Besuch beim Märkischen Landbrot und Bezug des Nachtlagers

Am Freitagmorgen sammelten sich die MitfahrerInnen um 10.00 Uhr bei der Bäckerei Märkisches Landbrot, zu einer Pressekonferenz. Joachim Weckmann und Katja Pamp stellten uns das Konzept vom Märkischen Landbrot vor. Ganz bemerkenswert fanden wir, dass die Bäckerei sehr viele alte Landsorten wie den Champagner-Roggen und neu gezüchtete biologische Sorten verbäckt und so die ökologische Züchtung unterstützt. Insgesamt beeindruckte uns das sehr konsequent ökologisch ausgerichtete Gesamtkonzept des Betriebes. Das konnten wir bei einer Betriebsbesichtigung im Anschluss live erleben.

Ganz besonders freuten wir uns über die Brotschneidebrettchen, die wir am Ende geschenkt bekamen.


Unser Weg zum Nachtlager im Circus Cabuwazi am Ostbahnhof führte uns mitten durch Kreuzberg, was für so einen großen Trecker mit Anhänger gar nicht so einfach ist. Einen Zwischenstopp haben wir auf dem Wochenmarkt auf dem Arkonaplatz eingelegt um auf die Bedrohung der Saatgutvielfalt hinzuweisen und nochmal für die „Wir-haben-es-satt“-Demonstration zu werben. Im Haldunkel mussten wir dann den Weg zur richtigen Einfahrt des Treckerparkplatzes an der o2-Arena finden.

Jetzt steht unser Trecker dort, wo er schlafen soll und wir sitzen im Circus Cabuwazi im „Bauernwohnzimmer“ und wärmen uns mit Suppe des Kochkollektivs „Kochen ohne Knochen“ auf. Im großen Zirkuszelt startet gleich eine Schnippelparty für die Demo-Suppe, die morgen verteilt wird.

Hoffentlich wird uns in unserem Heulager heute nacht nicht kalt...


 

15.01.2014

Berlin: Saatgut geht uns alle an – Studierende in Potsdam diskutieren über Züchtungsfragen

In Potsdam gastierten wir in halber Tourbesetzung im studentischen Kulturzentrum KuZe. Die anfänglichen Bedenken, dass an diesem Uni-Standort, der keinen Landwirtschaftlichen Schwerpunkt hat, überhaupt jemand zu unserer Veranstaltung kommen würde, verflogen schnell. Der Theatersaal war nahezu voll.

Nach Vorstellung unserer Tour und unseres Anliegens stellte Reka Schwarzbach die neue Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“ vor. Als Raum für Diskussionen gegeben wurde, mussten zunächst ein paar grundlegende Fragen geklärt werden, um das komplexe Thema für alle verständlicher zu machen. Andererseits waren wir überrascht wieviel Wissen manche Anwesenden schon mitbrachten (es stellte sich heraus, dass vor allem Biologen und Geoökologen anwesend waren). Schließlich kamen Detailfragen auf und wir waren froh, dass wir Johannes dabei hatten, der von seinen Erfahrungen auf dem elterlichen Biolandbetrieb berichten konnte. Es war spannend die Reaktionen auf den Film „Der Ährenmann“ mit denen zu vergleichen, die wir in Eilum erlebt hatten, da der biologisch-dynamische Ansatz unter den Studierenden weniger bekannt gewesen sein durfte. Allerdings bekamen wir auch hier positives Feedback auf den Film.

Wir danken dem AStA der Uni Potsdam für die tatkräftige und die finanzielle Unterstützung!

15.01.2014

Brüssel: Von Nachbau und Apfelsorten – Hofdinner bei Bauer Maaß

Abends wurden wir beim Hofdinner bei Bauer Maaß in Werther mit Kartoffelpuffern und Bratkartoffeln verköstigt. Nach zwei Tagen inhaltlicher Gespräche über Gesetztestexte, ihre Umsetzung und Folgen mit Vertretern verschiedener Interessensgruppen konnten wir es genießen, Informationen einmal nur aufzunehmen: Klaus Buschmeier von der Interessensgemeinschaft gegen Nachbaugebühren legte uns das Recht jeder Bäuerin und jedes Bauern ans Herz, auf ihren Höfen über die eigenen Ernte selbst verfügen und entscheiden zu dürfen und setzte damit eine klare Position gegen Nachbaugebühren. Die weiterführende Diskussion ergab interessante Vorschläge für Konzepte, wie Züchtung in Zusammenarbeit von BauerInnen und Züchtern erfolgen kann und dazugehörige Finanzierungsmodelle.

Der zweite Vortrag war für das Tourteam Motivation pur: Der Pomologe Hans Joachim Bannier stellte uns seine Arbeit mit alten und neuen Apfelsorten vor und erklärte eindrücklich die Vorteile einer breiten Diversität innerhalb des Apfelanbaus. Dabei wurde für  uns, nach den rein fachlichen Gesprächen der letzten Tage, die Bedeutung unserer Tour für die Landwirtschaftliche Praxis deutlich: Nutzpflanzenvielfalt ist kein Selbstzweck, sie ist die Grundlage für stabile und nachhaltige Landwirtschaft, ökologisch und ökonomisch.

Ein besonderer Dank geht an Familie Maaß, die uns und die etwa 30 Teilnehmer der Veranstaltung sehr herzlich aufgenommen haben!

 

15.01.2014

Brüssel: Pressestop im Regen – unser Halt in Höxter

In Höxter erwarteten uns – trotz starker Verspätung des Traktors und anhaltendem Regen – Vertreter lokaler Initiativen und Organisationen. Wir führten  einen intensiven Austausch über unser Anliegen und freuten uns insbesondere über den Beitrag  aus internationaler Perspektive der Politikerin Ute Koczy, der den Rückgang der Artenvielfalt weltweit verdeutlichte.

15.01.2014

Brüssel: Besetzung KWS-Parkplatz – Gespräch mit der KWS Saat AG in Einbeck

 

Unsere erste Station am Donnerstag war die KWS Saat AG. Bei dem Gespräch wurde unter anderem deutlich, dass das Unternehmen die Bedrohung für die Nutzpflanzenvielfalt anders bewertet als wir. Für sie stellt die Nutzpflanzenvielfalt zwar eine notwendige, unverzichtbare Grundlage ihrer züchterischen Arbeit dar, auf die sie aber auch in Genbanken ausreichend zurückgreifen können. Zudem sehen sie eine ausreichende Nutzpflanzenvielfalt durch die große Anzahl der zugelassenen Sorten bei wichtigen Arten gegeben. Dass sich die zugelassenen Sorten innerhalb einer Art nur geringfügig unterscheiden und nur einen geringen Teil des ursprünglich vorhandenen genetischen Spektrums wiederspiegeln, begründen sie mit der entsprechenden Nachfrage am Markt und sehen keinen Bedarf das genetische Spektrum mit ihren Sorten zu erhalten. Außerdem machte die KWS deutlich, dass sie eine mögliche Liberalisierung der Marktzugangsverordnung sehr kritisch sehen. Unser Anliegen, auch für die sogenannten Neuen Züchtungsmethoden, die teilweise in das Genom der Pflanzen eingreifen, ohne in den gesetzlichen Bereich der Gentechnik zu fallen, eine Kennzeichnungspflicht einzuführen, hält die KWS für möglich, aber nicht für notwendig. Sie halten qualitative Merkmale des Endprodukts der Züchtung als ausreichend, Prozessgrößen spielen für sie dabei keine Rolle und seien deshalb auch unter dem Aspekt der vollständigen Information des Verbrauchers nicht relevant. Positiv nahmen wir auf, dass der anwesende Pflanzenzüchter aus dem Bereich Mais und Sorghum die Zulassung anhand rein phänotypischer Merkmale im Gegensatz zur Untersuchung am Genom, wie sie im Verordnungsvorschlag eventuell ermöglicht werden soll, befürwortet. Nun liegt es an allen, für seinen Befürwortung einzutreten.

15.01.2014

Berlin: Kundgebung in Gatersleben

Als wir vor dem Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) ankamen, wurden wir bereits von Polizei, Ordnungsamt und IPK-MitarbeiterInnen empfangen, die unserer Einladung gefolgt sind.

In der Genbank des IPK in Gatersleben lagern ca. 150.000 alte und neue Kultursorten – eine Schatztruhe der biologischen Vielfalt. Es ist die größte Sammlung dieser Art. Das Institut wird mit öffentlichen Geldern finanziert. Die Mitarbeiter erhalten die seltenen Kulturpflanzensorten vor dem Aussterben und geben Muster an Bauern, Züchter und Forschungsinstitutionen weltweit ab.

Leider arbeitet und forscht ein großer Teil des IPK an molekularbiologischen Methoden und an der Gentechnik, weil es dafür Fördergelder und Drittmittel gibt. Nicht nur das, sie machen auch Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen innerhalb der Genbank – neben den Erhaltungsflächen. „Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen sind ein immenses Risiko für die Schatztruhe der biologischen Vielfalt, sowohl für die Erhaltung als auch für die zukünftige Sortenentwicklung. Deshalb muss die Genbank ein für alle Mal ihre Praxis beenden“, forderten die Demonstranten. 2006 bis 2008 sorgte das IPK mit einem Gentechnik-Weizenfeld für einen internationalen Skandal, hier wurden Gentechnik-Weizenlinien neben den Erhaltungssorten freigesetzt, trotz massiven Protest von Züchtern, Erhaltern, Bäckern, Bauern und über 30.000 BürgerInnen. Auch eine Klage gegen den Versuch hielt das IPK nicht von den riskanten Versuchen ab. Deshalb hat Jürgen Holzapfel zusammen mit anderen das internationale Weizen-Not-Komitee zur Erhaltung der Weizenvielfalt gegründet. Jürgen Holzapfel berichtete, dass Bäuerinnen und Bauern 1.000 Weizenakzessionen aus der Genbank selber erhalten. Das sei auch weiterhin nötig, da das IPK weiterhin an Gentechnik-Pflanzen arbeite und diese auch weiterhin auf den Markt bringen wolle.

Von den 6 FeldbefreierInnen der Initiative Gendreck-weg, die 2008 den Gentechnik-Weizenversuch zerstört hatten, sprach die Witzenhäuser Studentin Mirjam Anschütz. Sie berichtete von den juristischen Folgen, die die Feldbefreiung noch 6 Jahre nach der Aktion für die AktivistInnen hat: Das IPK fordert durch dessen Anwalt und ehemaligen Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts Horst Rehberger von den AktivistInnen eine Summe von über 300.000 Euro.

15.01.2014

Berlin: Streuobstwiese/Sortengarten bei Schöppenstedt

Vormittags besuchten die Botschafter den Sortengarten bei Schöppenstedt.

Auch der Obstbau und Obstzucht ist von der neuen Saatgutverordnung betroffen. Bisherige Grauzonen, die es unabhängigen ZüchterInnen möglich gemacht haben trotzdem zu vermarkten, sollen in der kommenden Verordnung beseitigt werden, so dass der Markt nur noch von großen Konzernen bestimmt werden soll. Pomologin Sabine Fortak schildert, dass Züchtung und Sortenzulassung viel Geld kostet, was sich kleine ZüchterInnen nicht mehr leisten können.
Eine weitere Gefahr ist die Gentechnik, der die Konzerne der Gentechnik meist aufgeschlossen gegenüber stehen.

14.01.2014

Berlin: Informatives Schnippeln und Suppe essen in Eilum / Lindenhof

Auf dem Lindenhof in Eilum haben wir zusammen mit vielen interessierten Besuchern unseren politischen Suppentopf gefüllt mit Kürbis, Möhren, Porree, Kartoffeln und viel Liebe geschnippelt und gekocht und uns dabei ausgetauscht. Thema war die EU-Saatgutverordnung sowie die Bedeutung von Erhaltungssorten.

Mit dem interessierten Fachpublikum, das größtenteils selbst im Bereich der ökologischen Landwirtschaft tätig war, diskutierten wir kontrovers und kreativ über den Umgang mit der verstärkten einengenden Regulierung seitens der EU.

Zur Erweiterung des Horizonts und zur Unterhaltung schauten wir gemeinsam den Film „Der Ährenmann“ in dem ein biologisch-dynamischer Züchter porträtiert wurde.

Wir waren positiv überrascht von den vielen Menschen (über 25!), die nach Eilum gekommen waren, um über die Saatgut-Thematik zu diskutieren. Und so wie sich Markus vom Lindenhof bei uns bedankte, für das Anstoßen einer Diskussion, die im bäuerlichen Alltag kaum Raum findet, bedanken wir uns bei Markus und allen anderen Lindenhöfern für die Gastfreundschaft, die tolle Atmosphäre, sowie neue Geschmackserlebnisse durch Emmerbrot und -bier.

14.01.2014

Berlin: Sambaklänge gegen Saatgutzwänge in Braunschweig

 
 

Auf dem Braunschweiger Kohlmarkt heizte am Mittwoch nachmittag zunächst die Sambagruppe „Samba-Attac“ ein. Bei rhythmischen Klängen blieben immer mehr Passanten neugierieg stehen, um dem Traktor mitsamt den befestigten Bannern ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Redebeiträge kamen in Braunschweig anschließend von Annemarie Volling, Anke Kähler und dem lokalen Gärtner und Slow-Food-Aktiven Heiner Schrobsdorff.

Unsere Anliegen konnten wir außerdem im Radiosender „Oker-Welle“ vorbringen.

Neben Broschüren und Flyern lag zur Freude einiger Passanten auch Einkorn-Saatgut zum Selbst-Aussäen auf dem Infotisch. Die Spendendose fand in Braunschweig übrigens viel Zuspruch. Danke Braunschweig!

14.01.2014

In Peine

 

14.01.2014

Erster Stopp Richtung Berlin: Peine

Als wir mit dem Trecker – freudig hupend auf den Peiner Marktplatz fuhren, erwarteten uns ca. 20 Menschen und die Presse. Nach kurzem Aufbau ging`s los: Helga Laue von der Bürgerinitiative Mensch Tier Umwelt begrüßte die Saatgut-Tour mit den Worten: „Konzernmacht über Saatgut – nein danke!“. 20 Minuten lang forderten die Redner die Saatgutvielfalt zu erhalten, die wir brauchen um den zukünftigen Herausforderungen wie Klimawandel regional zu begegnen. Bäcker brauchen Sortenvielfalt um geschmackvolle und vielfältige Brote und Backwaren herzustellen. Um die gentechnikfreie Ernährung sicher zu stellen, brauchen wir gentechnikfreies Saatgut – ohne Kompromisse. Wir konnten die Neugier einiger Passanten wecken die kurz oder die ganze Zeit stehen blieben und interessiert zuhörten und sich reichlich an unserem Material bedienten. Auf geht’s weiter nach Braunschweig!    

14.01.2014

Brüssel: Saatgut verwalten- Gespräch mit dem Bundessortenamt

Der Brüssel-Schlepper fuhr direkt zum Bundessortenamt weiter. Beim Warten auf demParkplatzhatten wir die Gelegenheit mit Mitarbeitern des BSA, denen unsere Banner auf dem aufgefallen waren, ins Gespräch zu kommen. So wurden wir schon auf dem Parkplatz in Vorfeld des Gesprächs inhaltlich in die Arbeit des BSA eingeführt. Zum offiziellen Gesprächstermin wurden wir von Andreas Riekeberg von der Kampagne für Saatgutsouveränität begleitet.  In dem zweistündigen Gespräch mit Referatsleiter Herrn Freudenstein konnten wir uns über die Arbeit des BSA, die Entwicklung der Sortenzulassung in Deutschland und die Funktion des BSA bei der Politikberatung und -vertretung in Berlin und der EU austauschen. Besondres eindrücklich für uns ist die Entwicklung der Zulassungsanträge: die Anträge auf Sortenzulassungkonzentrieren sich auf wenige, lukrative Arten, während die Anzahl der Anträge bei weniger populäre Arten wie Hafer und Sommergetreide stark abnehmen. Außerdem besprachen wir die im Entwurf der Kommission teilweise vorgesehene Privatisierung der Sortenzulassungsverfahren, die Funktionen des Bundessortenamts in der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierungund die Folge der Schließung von Prüfstandorten des BSA für die Sortenzulassung.

14.01.2014

„Wir müssen Richtlinien schaffen, die die Vielfalt des Saatguts erhalten“

Im Anschluss an die Auftaktkundgebung in Hannover waren wir zu einem Gespräch mit dem Niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer eingeladen. Gemeinsam mit Freunden der AbL, den Bäckern e.V., Slow Food Hannover und der Kampagne für Saatgutsouveränität diskutierten wir unsere Forderungen im Bereich Saatgutpolitik. Dabei erörterten wir die Möglichkeiten des Landes Niedersachsen auf den europäischen Gesetzesprozess einzuwirken und wie Maßnahmen für mehr Nutzpflanzenvielfalt im Land umgesetzt werden können. Themen waren unter anderem die Abschaffung der obligatorischen Sortenzulassung und ein freier Saatgutmarkt mit der Möglichkeit einer freiwilligen Zertifizierung, Förderprogramme und Kampagenen des Landes für die Agrobiodiversität und die Einbeziehung von ökologisch zugelassenen und heterogenen Sorten in die Landessortenversuche. Die offene Stimmung bei dem Gespräch hält uns dazu an, auch im Anschluss an die Tour mit dem Ministerium über die besprochenen Maßnahmen im Dialog zu bleiben.

14.01.2014

Die Saatgut-Tour ist gestartet!

Die Trecker sind unterwegs nach Berlin und Brüssel. Etwa 50 Leute haben sie heute vormittag vor dem niedersächsischem Landwirtschaftsministerium verabschiedet.

Begleitet werden die "Botschafter des Saatguts" von vielen Redebeiträgen, die die existenzielle Wichtigkeit als Keim aller Lebensmittel, die Notwendigkeit der souveränen Verfügbarkeit und die Bedeutung der (regionalen) Vielfalt deutlich gemacht haben. Motiviert durch vergangene Erfolge im Kampf um freies Saatgut und mit den besten Wünschen für die Stationen auf der Tour sind die Trecker losgefahren.

Eine Delegation der Redner vor dem Ministerium hat im Anschluß mit dem Agrarminister Meyer ein Gespräch geführt.

 

14.01.2014

Start in Hannover

13.01.2014

Der Abend-Vorher-Blog

Eigentlich beginnt die Saatgut-Tour 2014 nicht erst vor dem Landwirtschaftsministerium, sondern schon an unserer inoffiziellen ersten Station auf dem Hof von Tanja und Maarten, nicht weit von Hannover. Die Schlepper kamen überraschenderweise als Erste an, dicht gefolgt vom Versorgungswagen mit Bannern, Trommeln, Infomaterial, Reiseproviant und was man sonst noch für eine zum Teil fast einwöchige Kundgebungsreise braucht. Trotz der vielen Kleinigkeiten, die noch zu tun waren, Banner anbringen, Material für die zwei Routen aufteilen, Reden schreiben und Pressegespräche planen,... herrschte doch insgesamt die Ruhe vor dem Sturm.

Ich bin grade vor allem überwältigt von der Unterstützung , die wir bis hier her schon bekommen haben. Von dem Vertrauen, uns Trecker und Anhänger auf die weite Fahrt mitzugeben und von der Gastfreundschaft, mit der wir für die letzten Vorbereitungen in Haus, Hof und Werkstatt aufgenommen wurden.