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09.11.2017 |

Für Groß und Klein: Die Geschichte vom ersten selbstbestimmten Hühnerhof

Rebellion auf dem Hühnerhof
Rebellion auf dem Hühnerhof

3.333 Hühnchen sind in einer Eier-Fabrik gefangen. Sie sehen niemals das Sonnenlicht, geraten oft in Streit und machen jeden Tag nichts anderes außer ein Ei zu legen. Doch das Nesthäkchen will sich mit dieser tristen Realität nicht abfinden. „Hühnchen“, der jüngste Spross im Stall, begehrt gegen Lege-Monotonie auf: Es will fliegen lernen und goldene Eier legen. In dem musikalischen Theater „Die Hühneroper“, das am Samstag im Berliner Atze Musiktheater Premiere feierte, gelingt dem widerständigen Huhn, was im Alltag konventioneller Legehennen unmöglich ist. Es gräbt sich ein Loch in die Freiheit – und entdeckt grüne Wiesen, blauen Himmel und die Regenwürmer im Boden.

Mit seinen Ausflügen zettelt „Hühnchen“ die Hühner-Revolte an, die alle Gewissheiten auf der Hühnerfarm in Frage stellen soll: Warum muss ein Huhn auf dem Platz einer Serviette leben? Was hat es mit dem bestialischen Gestank auf sich, der die Hühner permanent krank macht? Und warum herrscht andauernd Stress im Stall? Die Antwort ist einfach: Weil der Herr Verwalter seine Eier zu Ramsch-Preisen veräußern will („Viele und billig! 50 Eier für 50 Cent“). Doch der Rebellion der Hühner ist er nicht gewachsen. Die Hühner sind davon überzeugt, dass es auch anders geht – und können letztlich auch den Verwalter vom neuen Geschäftsmodell überzeugen: Mehr Freilauf und Platz, besseres Futter und weniger Eier in der Woche, dafür aber Bio-Qualität. Das lohnt sich für beide Seiten und so entsteht der erste selbstbestimmte Eierhof.

Die „Hühneroper“ bringt Kinder ab fünf Jahren dazu, über ihr Essen nachzudenken und fest stehende Gewissheiten zu hinterfragen. Gleichzeitig regt das Stück auch große Menschen an, über die Realität von Massentierhaltung und den alltäglichen Konsum nachzudenken. Das 70-minütige Singspiel, das sich an dem gleichnamigen Roman von Hanna Johannes und dem Jugend-Sachbuch „Iss was?! Tiere Fleisch & Ich“ der Heinrich-Böll-Stiftung orientiert, ist noch bis März im Atze Musiktheater zu sehen.

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