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04.01.2017 |

Statistische Viehbestandserhebung bestätigt Höfesterben

Zahl der Sauenhaltenden drastisch reduziert (Foto: CC0, Pixabay)
Zahl der Sauenhaltenden drastisch reduziert (Foto: CC0, Pixabay)

Seit über zwei Jahren hält die Krise auf Milch- und Schweinemärkten nun an. Die Auswirkungen sind verheerend. Das Statistische Bundesamt bestätigte nach der jährlichen Viehbestandszählung am 3. November 2016 nun einen dramatischen Verlust an landwirtschaftlichen Betrieben. Knapp 10 Prozent der Milchviehhalter (-7300) und 9 Prozent der Schweinehalter (-2400) gaben seit 2014 ihren Betrieb auf.

AbL-Vorsitzender Martin Schulz führt dies auf die starke Senkung der Erzeugerpreise für Milch, Schweinefleisch und Ferkel zurück. Seiner Einschätzung nach hätten die Bundesregierung und die Milch- und Schlachtindustrie intervenieren müssen, um das Preistief möglichst schnell und dauerhaft zu beenden.

Bei der Milch habe die Bundesregierung jahrelang jegliche Anreize zur Vermeidung von preisdrückenden Überschüssen kategorisch abgelehnt und erst Mitte 2016 etwas eingelenkt. Im Schweinemarkt eröffnet die Bundesregierung den Bauern und Bäuerinnen bisher keine glaubwürdige wirtschaftliche Perspektive. Potenzielle Hofnachfolgende fühlen sich in puncto tierschutzgerechter Haltungssysteme und regionaler Überdüngung allein gelassen und wenden sich demzufolge ab. Dies belegen Zahlen aus der Sauenhaltung. In den letzten sechs Jahren (seit 2010) hat sich die Zahl der Sauenhaltenden um knapp 60 Prozent reduziert. Gleichzeitig hat sich die Tierzahl pro Betrieb in diesem Zeitraum veranderthalbfacht, d. h. um 144 Prozent erhöht.

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