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09.12.2016 |

Neue Studie: Intensive Landwirtschaft führt überall zu den gleichen Arten

Weichwanze
Eines der untersuchten Tiere ist der Kriechende Hauhechel - bei intensiver Grünlandnutzung verschwindet er (© Ekkehard Wachmann)

In einer großangelegten Studie unter der Leitung der Technischen Universität München und der Universität Bern haben sich 300 Forschende überregional mit der Frage beschäftigt, welchen Einfluss intensive Landwirtschaft auf die Biodiversität hat. Das Ergebnis: Durch die intensive Nutzung nimmt die Artenvielfalt nicht nur ab, sondern es bleiben im Endeffekt überall nur die gleichen Arten übrig.

Der Verlust der Biodiversität ist ein hinlänglich bekanntes Problem, in dem die landwirtschaftliche Nutzung eine zentrale Rolle spielt. Bisher wurden aber in wissenschaftlichen Studien nur die Auswirkungen auf einzelne Lebensräume oder auf bestimmte Artengruppen untersucht. Die Ende November in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte Studie hat hingegen analysiert, welche Effekte in verschiedenen Landschaften auf die über 4.000 dort vertretenen Arten zu beobachten sind.

Im Normalfall ist jede Landschaft einzigartig und die einzelnen Organismen leben in komplexen Abhängigkeitsbeziehungen. Laut der Studie kommt es jedoch bereits bei moderater Bewirtschaftung zu „Biotischer Homogenisierung“ – es stellt sich eine Angleichung der Arten ein, bei der überall die gleichen, wenig anspruchsvollen Generalisten übrig bleiben. Die Landschaft wird also eintöniger und die verschiedenen Ökosystemdienstleistungen nehmen ab. Diese entstehen normalerweise in der Interaktionen zwischen den verschiedenen Arten und sind essenziell für das Funktionieren der gesamten Artengemeinschaft. Hierzu gehören zum Beispiel Aspekte wie die Bestäubung oder die Schädlingsbekämpfung.

Die Forscher*innen fanden heraus, dass der Intensivierungsgrad hierbei nicht die entscheidende Rolle spielt und bereits eine moderate Intensivierung erheblichen Einfluss auf die Natur hat. So erhalten Flächen, die extensiv genutzt werden, eine große Bedeutung. Ohne diese Ausgleichsflächen ist der Rückgang der Artenvielfalt nicht aufzuhalten. Deshalb müssen sie dringend bewahrt und geschützt werden.

Diese Ergebnisse verdeutlichen erneut, dass die aktuelle Politik nicht mit einer nachhaltigen Landwirtschaft zu vereinbaren ist und die voranschreitende Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft aufgehalten werden muss.

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