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Länderbericht und Diskussion über Brasiliens Soja-Boom und seine Folgen mit Martin Häusling

23.11.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Soja ist Brasiliens wichtigstes Exportprodukt. Die steigende Nachfrage nach Sojabohnen zur Tierfütterung hat zu einer drastischen Ausweitung der Anbaufläche geführt – mit verheerenden sozialen und ökologischen Folgen.

Die brasilianische Regierung befördert diese Entwicklung noch, in dem sie den mächtigen Agrarunternehmen des Landes mit Investitionen in große Infrastrukturprojekte zum Abtransport der Soja unter die Arme greift.

Die schlimmsten sozialen und ökologischen Auswirkungen des Soja-Booms sind die fortschreitende Entwaldung, der zunehmende Einsatz von Pestiziden, die das Trinkwasser der Bevölkerung vergiften, die Landvertreibung und Zerstörung der Selbstversorgung von kleinbäuerlichen Familien und indigenen Gemeinden. Für ihren Widerstand gegen die aggressive Sojaexpansion zahlen sie einen hohen Preis: Sie werden oft bedroht und nicht selten ermordet.

Europa steht für Brasiliens Soja-Boom und seine Folgen unmittelbar in der Verantwortung, denn die hiesige Massentierhaltung von Hühnern und Schweinen wäre ohne die immensen, zunehmend gentechnisch veränderten Futtermittelimporte aus Übersee gar nicht möglich. Was ist in Europa politisch zu tun, damit unsere Billigschnitzel der Umwelt und den Menschen in anderen Ländern und nicht teuer zu stehen kommen?

Darüber und über die Schlussfolgerungen aus seiner politischen Agrar-Rundreise in Brasilien diskutiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament und mit Prof. Antônio Inácio Andrioli, einem brasilianischen Sozialwissenschaftler und Agrarexperten, und Jochen Köster, einem ausgewiesenen Kenner der internationalen Branche und Verfechter eines gentechnikfreien und nachhaltigen Soja-Anbaus.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Kommen.

Wo: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Moderation:

Christine Chemnitz: (Referentin Internationale Agrarpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung)

Informationen:

Audrey Changoe: Referentin Referat Lateinamerika, Heinrich-Böll-Stiftung

E-Mail: changoe@boell.de

Sprache: Deutsch

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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