Meine-Landwirtschaft.de
 

01.03.2018 |

Neue Efsa-Studie bestätigt: Neonikotinode schädlich für Bienen

Auch die Hummel zählt als Wildbiene zu den Opfern der Neonikotinoiden. (Bild: pixabay.com, CC0 Creative Commons)
Auch die Hummel zählt als Wildbiene zu den Opfern der Neonikotinoiden. (Bild: pixabay.com, CC0 Creative Commons)

Ein neuer Report der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat die Gefahr bestätigt, die von Neonikotinoiden für Honig- und Wildbienen ausgeht. José Tarazona, Leiter des EFSA-Referats Pestizide, erklärte: „Dank der beträchtlichen Datenmenge, die uns zur Verfügung stand, sowie der Leitlinien konnten wir sehr detaillierte Schlussfolgerungen ziehen.“ Grüne und Umweltaktivisten fordern nun von der Bundesregierung sich bei der EU-Kommission für ein umgehendes Komplettverbot der Insektengifte einsetzen.

Die Efsa hat mit dem in dieser Woche erschienenen Bericht die Ergebnisse einer ersten Untersuchung von 2013 bestätigt, wonach die Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ein Risiko für Bienen darstellen. Damals war die Datenlage nicht ausreichend, um die Wirkung auf alle Bienen zu prüfen, weshalb es nur zu einem Teilverbot mit Ausnahmeregelungen kam. Für die neuen Bewertungen, die diesmal Wildbienen – Hummeln und Solitärbienen – sowie Honigbienen betreffen, führte das für Pestizide zuständige Referat der EFSA eine umfassende Datenerhebung, einschließlich einer systematischen Literaturrecherche, durch, um sämtliche seit den vorhergehenden Bewertungen veröffentlichten wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenzutragen.

Diese Ergebnisse belegten eindrücklich den Handlungsdruck der Bundesregierung, so Corinna Hölzel, Pestizid-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Ein sofortiges Verbot der Neonikotinoide sei notwendig und Deutschland müsse sich auf EU-Kommission dafür stark machen. Bereits sehr geringe Dosen der Substanzen sind tödlich oder beeinträchtigen Navigation, Fortpflanzung oder Immunsystem. Ende März sollen laut EU-Kommission die Mitgliedsstaaten über einen vorliegenden Vorschlag des Freilandverbots diskutieren. Ob es dann bereits zum dringend notwendigen Totalverbot kommen wird, bleibt abzuwarten.

Zurück zu den Meldungen

  • Impressum
  • Datenschutz