Meine-Landwirtschaft.de
 

08.02.2017 |

Bauernweisheiten der Umweltministerin Hendricks in der Kritik

Kritik an neuen Bauernregeln (Foto: CC0, Pixabay)
Kritik an neuen Bauernregeln (Foto: CC0, Pixabay)

Mit einer Öffentlichkeitskampagne will das Bundesumweltministerium auf Missstände in der Landwirtschaft hinweisen. Im Stile alter Bauernregeln werden in Reimform elf Aussagen unter anderem zu Tierschutz, Biodiversität und Überdüngung getroffen. So heißt es etwa: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein.“

Einige Bauernvertreter fühlen sich durch den Versuch, auf die Missstände in der Landwirtschaft hinzuweisen, diffamiert und sprechen wieder einmal von „Bauern-Bashing“. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt nutzt die Gelegenheit für eine erneute Kritik an Hendricks. Das Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück. "Uns geht es nicht darum, einen Berufsstand zu diffamieren", versicherte ein Sprecher. Man wolle lediglich im Rahmen einer gesellschaftlichen Debatte "auf spielerische und humorvolle Art" auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen.

Der Handlungsbedarf in puncto Tierwohl, Monokulturen, Wasserbelastung durch übermäßige Düngung und Folgen eingesetzter Pflanzenschutzmitteln steht außer Frage. Dabei sollten aber die Probleme der Intensivlandwirtschaft nicht einzelnen Bauern angelastet werden.

Trotzdem verfehlt die angriffslustige Bauernweisheiten-Kampagne von Hendricks ihre angestrebte Wirkung. Ulrich Jasper, Bundesgeschäftsführer der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft" (AbL), meint, die Kampagne gehe „inhaltlich in die richtige Richtung". Es sei richtig, auf die Probleme in der Landwirtschaft hinzuweisen, aber dabei müsse klar sein, dass die agrarpolitischen Rahmenbedingungen verändert werden müssten. Denn die Bäuerinnen und Bauern dürften nicht die Leidtragenden des notwendigen Umbaus der Landwirtschaft sein. Auch wenn die Bauernweisheiten von manchen Landwirten als Affront verstanden werden können, verfehlt die Empörung über die Kampagne den Kern des Problems. Denn Agrarminister Schmidt blockiert seit Jahren alle ernsthaften Initiativen für mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft. Er ist der Hauptverantwortliche für die anhaltenden Probleme im Agrarbereich und sollte Adressat neuer Regeln in der Landwirtschaft sein.

Zurück zu den Meldungen