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Nachrichten

14.05.2012 | permalink

Bürger wollen Zahlung nur bei Tier- und Umweltschutz

Geldscheine 60 Milliarden Euro sind im Agrartopf der EU (Foto: Gerd Altmann / Pixelio.de)

Aus einer Studie, die der Bund für Umwelt und Naturschutz in Auftrag gegeben hatte, geht hervor, dass rund zwei Drittel der Bundesbürger die Vergabe von Agrarsubventionen an höhere Umwelt- und Tierschutzstandards binden wollen. Ein Fünftel der in der Forsa-Studie Befragten sprechen sich dafür aus, weiterhin an alle Landwirte Subventionen zu verteilen. Der Rest gibt an, keine Meinung zu diesem Thema zu haben. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will im Zuge der EU-Agrarreform Umweltstandards einführen, an die sich Landwirte halten müssten, um die gesamten Zahlungen zu erhalten. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wird vorgeworfen sie blockiere diese Ökologisierung der Direktzahlungen an Landwirte. Bisher werden die Direktzahlungen aus dem europäischen Agrartopf, der mit 60 Milliarden Euro den größten Posten des EU-Haushaltes ausmacht, nach Betriebsgröße gezahlt, ohne dass dafür besondere Leistungen für Umwelt- und Tierschutz eingefordert werden.

14.05.2012 | permalink

Kein Geld für industrienahe EFSA

Mais Comic Die EFSA-Risikobewertung von Gentechnik-Pflanzen ist umstritten. (Bild: Testbiotech)

Das Europäische Parlament entschied erstmals der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Haushaltsentlastung vorerst zu verweigern. Der EFSA wird eine große Nähe zur Industrie vorgeworfen, die eine unabhängige Prüfung von Lebensmitteln auf ihre Sicherheit behindert. Mehrere Mitarbeiter der Behörde haben neben ihrer Tätigkeit bei der EFSA oder im direkten Anschluss bei Lobbyverbänden wie dem International Life Sciences Institute (ILSI) gearbeitet. Dieses Institut gibt sich zwar unabhängig und gemeinnützig, wird aber von Lebensmittelmultis wie Kraft, Nestle, BASF, Unilever und Monsanto finanziert. Außerdem wird den Lebensmittelprüfern vorgeworfen, sich bei der Genehmigung von gentechnisch verändertem Mais auf die Studien verlassen zu haben, die vom Gentechnikriesen Monsanto vorgelegt wurden, ohne diese kritisch genug zu hinterfragen.

10.05.2012 | permalink

EU-Parlament gegen Patente auf Leben

Kein Patent auf Leben Kein Patent auf Leben

Das Europäische Parlament hat am heutigen Donnerstag eine Resolution gegen Patente auf Tiere und Pflanzen verabschiedet. Das bestehende Recht verbietet Patente auf traditionell gezüchtete Tiere und Pflanzen. Dennoch vergab das Europäische Patentamt (EPA) in der Vergangenheit über 1500 Pflanzenpatente und 1100 Tierpatente. Die Abgeordneten forderten die Kommission auf, Berichte zur Patenterteilung und deren Auswirkung zu erstellen. Das EPA soll unter Kontrolle gestellt werden und sich an das bestehende Recht halten, so die Parlamentarier. Die Patente auf Tiere und Pflanzen aus traditioneller Züchtung gerieten in die Kritik von Landwirtschafts- und Naturschutzorganisationen. Es wird eine Monopolstellung einiger weniger Unternehmen befürchtet, durch die sie die globale Lebensmittelproduktion weitgehend unter ihre Kontrolle bringen könnten.

08.05.2012 | permalink

Wildblumen statt Maismonokulturen für Biogas

Blumenwiese Blumenwiesen sind besser für die Biodiversität (Foto: Volker Gehrmann)

Die Tageszeitung „taz“ berichtet von einem Modellversuch, der zeigt, dass der Anbau von Wildblumen, wie Klee, Buchweizen, Wilde Möhre und Lichtnelke, bei der Biogaserzeugung dem bisher dominierenden Mais wirtschaftlich in Nichts nachsteht. Immer wieder wurde Kritik aus Umwelt- und Naturschutzverbänden laut, dass der intensive Anbau von Mais in Monokulturen die Biogaserzeugung eher zu einem Übel für Ökosysteme macht. Der Projektleiter Jochen Goedecke berichtet, die geringeren Ernteerträge bei Wildblumenwiesen würden durch Einsparungen beim Düngemittel- und Pestizidverbrauch ökonomisch kompensiert. Gespritzt werden müssten diese Wildpflanzen nämlich nicht, da sie sehr viel widerstandsfähiger seien als Mais. Außerdem müssten sie nur einmal ausgesät werden, um dann fünf Jahre geerntet werden zu können. Für Biodivesität sowie die Qualität des Bodens brächten die Wiesen immense Vorteile.

04.05.2012 | permalink

Patentamt zieht Sperma-Patent zurück

Demo gegen Patente auf Leben Im Oktober demonstrierten 300 Menschen gegen Patente auf Pflanzen und Tiere in München. Foto: no-patents-on-seeds.org

In München hat das Europäische Patentamt (EPA) der US-Firma Inguran und ihrer Tochter XY, LLC ein Patent auf ein Verfahren zur Auswahl von Sperma bei Zuchttieren entzogen. Das Verfahren sollte das Sperma von Stieren gezielt so auswählen, dass bei einer künstlichen Befruchtung entweder männliche oder weibliche Tiere entstehen. Bereits 2005 hatten die Umweltorganisation Greenpeace und die europäischen Grünen Widerspruch eingelegt, da sie befürchten, Konzerne wie Monsanto, Dupont, Syngenta und Bayer könnten das Patentrecht mißbrauchen, um die Kontrolle über die globale Nahrungsmittelproduktion zu erlangen. Das Sperma-Patent wurde jetzt „wegen mangelnder erfinderischer Tätigkeit widerrufen“. Christoph Then von der internationalen Koalition „no-patents-on-seeds“ fordert nun das EU-Parlament auf, einer Resolution der großen Fraktionen zuzustimmen, mit der die Vergabe von Patenten auf konventionelle Züchtung von Tieren und Pflanzen eingeschränkt wird. Ansonsten seien derartige Patente weiterhin möglich.

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